Werders Transfer-Chaos: Wo ist der größere Plan?
Am Deadline Day tätigte Clemens Fritz kurzerhand noch drei Transfers. Eine wichtige Position ließ der Werder-Boss allerdings unbesetzt.
Youri Regeer (23), Arthur (23) und Moussa Ndiaye (24) sind seit dem gestrigen Dienstag offiziell Spieler des SV Werder. Allesamt holte Clemens Fritz auf Leihbasis, nur im Fall Ndiaye besitzen die Bremer eine Kaufoption.
Das ist erst einmal nicht verwerflich, immerhin bezeichnet Fritz den von Ajax Amsterdam verpflichteten Regeer nachvollziehbarerweise als „ungeplante Leihe“. Man habe „auf den Ausfall von Jens Stage reagieren“ müssen.
Verzicht auf Bouanani-Transfer
Doch warum kamen zwei Außenverteidiger, aber kein neuer Außenstürmer? Schließlich wurde der stets gelangweilt daherkommende Samuel Mbangula (22) aus gutem Grund abgegeben, allerdings verletzte sich dann auch noch Justin Njinmah (25) so schwer, dass eine monatelange Pause droht.
Auf die Verpflichtung von Badredine Bouanani (21/VfB Stuttgart) verzichtete man jedenfalls bewusst. „Wir haben uns auch wegen der Kurzfristigkeit und der Marktsituation dagegen entschieden“, stellte Fritz in einer Medienrunde am Dienstagabend klar.
Weiser künftig weiter vorne?
Nun stehen im Kader mit den beiden Neuen Arthur und Ndiaye sowie Olivier Deman (26), Mitchell Weiser (32) und Felix Agu (26) insgesamt fünf Außenverteidiger, aber mit Marco Grüll (28), Eren Dinkci (24) sowie Nachwuchsspieler Paul Erevbenagie (19) nur drei fitte Flügelflitzer.
Fritz ist der Auffassung, diese Lücke intern auffangen zu können: „Mitch kann auch im Mittelfeld einen guten Impact auf unser Spiel haben, und Felix hat schon gezeigt, dass er auf dem offensiven Flügel spielen kann.“
Das ist zumindest mit Blick auf Agu eine gewagte These. Der Rechtsfuß ist zwar sehr schnell, hat seine Stärken aber weder im Dribbling noch im Abschluss. Weiser wiederum war über ein Jahr raus und wird noch Zeit benötigen, um sein altes Niveau auch nur halbwegs erreichen zu können.
Kader nicht fertig
Der Eindruck ist am Ende der gleiche wie im vergangenen Sommer: Ein fertiger und bis zum Ende durchdachter Kader sieht anders aus.
Was mit den frühen Verpflichtungen von Kenny Quetant (19/ablösefrei), Chuki (22/ablösefrei), Oskar Wójcik (22/drei Millionen) und Dariusz Stalmach (20/700.000) so vielversprechend begonnen hatte, mündete am Ende abermals im Chaos.
Die schweren Verletzungen von Njinmah und Mittelfeld-Alleskönner Jens Stage (29) konnte zwar niemand erahnen, die aktuelle Zusammenstellung lässt die ohnehin recht große Abstiegsangst an der Weser aber eher noch einmal anwachsen.
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